Beiträge mit tag "Musik
The Subways are awesome!!
0In 2010 The Subways announced, that they plan to release a new album in 2011. They figured, that for their fans pledgemusic.com is a great way to follow the making of the album. You could make a pledge and get some Subways things, like signed CDs, special merchandise, small concerts… The funds of this pledge were going to two charities.
So, I pledged back then. I payed almost the smallest amount of money. When the album was released in September I got a signed CD and I was very happy! But a couple of weeks later there arrived a second package from UK. In it was some merchandise and a empty CD cover. So, I was happy again! When I wanted to put it away, I saw that at the back of the cover there was some text. At first I thought it’s part of the artwork, but then I read it:
And that’s why The Subways are awesome. They aren’t as big as U2, but they have a really big fanbase meanwhile. So it’s pretty nice that they’re writing every pledger a small greeting.
Rock im Park 2011
0Dieses Jahr bin ich dann durch glückliche Umstände dann doch noch zu nem Festival gekommen. Rock im Park also.
Weil arbeitende Menschen unter uns waren kamen wir am Freitag erst so gegen 17 Uhr in Nürnberg an. Der Wohnmobil-Campingplatz war wie immer hoffnungslos überfüllt. So kam es, dass wir in der Kongresshalle unseren Stellplatz hatten. Dieses imposante Gebäude wurde von den Nazis erbaut, aber nicht fertiggestellt. Die Tribüne und das Dach fehlt, weswegen heute der Innenhof einen wunderbaren Parkplatz für Festivitäten wie Rock im Park hergibt. Ein Vorteil war, dass da relativ wenig los war, kein Durchgangsverkehr und nach der ersten Nacht hat auch keiner von den paar Deppen die auch da drin untergebracht waren die halbe Nacht Musik laufen lassen.
Musikalisch gings dann los mit The Kooks. Die rufen bei mir immer so eine England-Stimmung hervor. Aber so grundsätzlich waren die eher laaangweilig. Die Söhne Mannheims wollt ich mir ja eigentlich nicht antun. Aber zwischen In Flames und Disturbed war Zeit, also sind wir kurz rüber. Erst dacht ich wir wären falsch weil das erste Lied so rockig war. Die ersten Leider waren dann auch eher untypisch für die, würd ich sagen. Aber der große Rest war dann doch wie erwartet (befürchtet?). Das erste Highlight stand dann mit Coldplay an. Die find ich ich ja eigentlich schon ganz große Klasse. Aber zur Zeit kann ich mit denen einfach nichts anfangen. Ich finde die Musik nicht schlecht, sie weckt einfach keinerlei Gefühlsregung in mir. Das ist manchmal so. Wird sicher auch mal wieder anders. Trotzdem fand ich das ganze Konzert ziemlich überwältigend. Die haben echt aus den Vollen geschöpft was Show(-Technik) angeht: Laser, Video-Wände, Papierschnipsel, und zu guter letzt – *kaboom* – schöön akzentuiertes Feuerwerk. Die will ich eigentlich mal noch in nem einzelnen Konzert sehen. Am besten in England. Aus irgendeinem Grund denke ich dass das nen Unterschied macht und viel toller ist.
Dann ganz was anderes: Korn – die obligatorische Rock im Park Band. Die sind irgendwie gefühlt immer da und ich nehm sie immer irgendwie mit und find sie immer total gut, weil ich null Erwartungen habe. Ich glaube auf ein Korn Konzert sollte ich nciht gehen, da würde ich Erwatungen mitbringen, die dann sicherlich enttäuscht werden würden.
Abends dann noch als “late night special” Rob “motherfucking” Zombie. Ich kannte den erst seit kurzem, allerdings als Regisseur von so Meisterwerken wie “Haus der 1000 Leichen”, nicht als Musiker. Ich hatte mir einen typischen Ami-Rocker mittleren Alters vorgestellt. Eigentlich hat nur das mit dem Alter gestimmt. Das ganze hat mich eher an Marilyn Manson 2009 erinnert, nur viiieel besser. Der Musik-Stil kommt auch ungefähr hin. Von dem muss ich auf jeden Fall mal noch mehr hören. Ersten Eindruck war Eindeutig positiv.
Samstag startete der Tag mit Alter Bridge. Da kamen dann doch doch die öden Ami-Rocker. Die waren zwar sympathisch, aber musikalisch eher nich so meins. Dann mal wieder die Beatsteaks. Ganz nett. Aber joa. Die hauen mich ja schon seit längerem nimmer vom Hocker. ich weiß auch garnicht ob sie das jemals haben. zumindest finde ich das alte und mittelalte Zeugs auch nicht so toll. Royal Republic hab ich leider im Tausch gegen einen recht guten Platz bei System of a Down sausen lassen. Schade. Aber System of a Down war wie erwartet der beste Act vom festival. Hat sich also gelohnt. Alles. Die Musik ist ja eh schon super. Aber die Aneinanderreihung, war fast unverbesserlich. Nur B.Y.O.B. hätte ich mir etwas weiter hinten als auf Platz 2 gewünscht. Da war ich ja noch garnicht richtig ein-gegrooved.
Der Serj ist immernoch ein sympathisches Kerlchen. Bei System of a Down wars jetzt noch etwas krasser wie bei seinem Solo-Auftritt aufm Highfield 2008. So ein kleiner netter Kerl mach so böse klingende Musik und grinst nach jedem Lied wie ein kleiner Junge der ein Hanuta von der Oma bekommt.
Das find ich so toll. Der Daron wirkt irgendwie, wie erwartet, ziemlich verrückt. Ich stell mir den seeehr schwierig vor.
Aber Gitarre spielen kanner! Ja. Toll das. Am 15. dann gleich nochmal in Berlin in der Wuhlheide. Bin gespannt ob sie da dann etwas mehr mit dem Publikum reden. Das haben sie nämlich fast garnicht gemacht. Fand ich aber bei denen garnicht so Konzert-vermiesend wie ich das sonst finde. Bis Berlin muss ich dann noch paar texte auswendig lernen. Das Mitsingen hat mir nämlich etwas gefehlt. Ich kann zwar schon bissl was. Aber leider viel zu wenig. Direkt danach kam was deutsches: In Extremo. Die sind wzar nicht so ganz meine Musik, aber dafür ziemlich gut. Ganz zum Schluß hab ich mri dann nach And you will know us by the trail of dead gegeben. Endlich. Nachdem ich die bestimmt schon zwei mal auf Festivals verpasst hatte. De waren gut, fand ich. Starke Rock-Musik die aber nicht vom Rythmus, sondern von der Energie lebt. der Sänger ist auch total aufgegangen. Manchmal dacht ich jetzt heult er gleich vor Emotionen. Hatter nicht – aber seine Gitarre zweimal auf die Bühne geschmettert und ins Publikum geworfen. Hatte mich leider 5 Minuten davor auf die andere Seite der Halle gestellt. -.- Apropos Halle. Die war leider laut, sehr laut. Das war dann doch bissl viel nachts um eins nach mehreren Stunden Beschallung.
Sonntag war dann nichmehr so viel. Ich hatte mich da ja noch auf die White Lies und Wolfmother gefreut. Aber wie sich herausstellte hab ich die White Lies schonmal gesehen. Müsste aufm Highfield gewesen sein. Und wieder kam ich zum selben Schluß: Die find ich auf CD besser. Aber davor noch, als erste band des Tages quasi die zweite positive Überraschung des Festivals: The Pretty Reckless. Die sind nich nur zu mindestens 25% echt pretty, sondern machen auch ziemlich gute Musik. Einen Song kannte ich auch schon aus dem Soundtrack zu Kick Ass. Die Frontfrau Taylor Momsen hat eine tolle Stimme für ihre 18 Jährchen (ja, ich bin auch erschrocken). Die kennt man übrigens scheints aus Gossip Girl. Ich nicht, aber wenn die so gut schauspielert wie sie Musik macht, dann werd ich vielleicht jetzt Gossip Girl Fan.
Nach den White Lies gabs dann Wolfmother. Auf die bin ich durch Hangover aufmerksam geworden. Da gibt es eine Szene in nem Spielkasino wo deren tolles Lied “The Joker and the Thief” einsetzt. Grandiose Szene. Der Rest der Musik ist auch nicht schlecht. Da kann man live eigentlich nicht viel falsch machen. Aaaaber Wolfmother wusste es wohl besser. Man kann. Die haben ihre ganzen schönen Lieder total verhunzt indem sie jedes durch belangloses Gitarren-Genuschel auf 10 Minuten Länge aufgeblasen haben. Das hat pro Lied schön den Flow komplett zerstört. Man konnte sich nicht in ein Lied reinfinden, gleich wieder Gitarren-Gedüdel. Chrmpf. Dämlich. Da hab ich mir dann sogar nach ner Weile lieber Mando Diao gegeben. ICH! Jaa… maan Wolfmother. Mando Diao fand ich wie erwartet größtenteils langweilig. Aber wenigstens hab ich mich nicht drüber aufregen müssen. Um den dritten Headliner – die Kings of Leon – haben wir uns schön herumgedrückt. Lieber noch Interpol auf der Alterna Stage angeschaut. Aber die waren leider auch nicht so gut wie ich sie vom Album her kenne. Und dann gings auch schon heim. War wohl auch eine gute Entscheidung, denn der Act nach Interpol musste wegen Platzregen und Sturmböhen bis zu 70 km/h abgesagt werden. Hammer nix verpasst.
- Blick aus meinem Schlafgemach
- Dutzendteich mit Kongresshalle vom Café Wanner aus
- Volle Centerstage vor Coldplay
So, jetzt noch was zur Organisation. End handelt sich ja um Rock im Park, und der Marek hats wohl nicht so mit Organisation, wie wir seit 2006 gelernt (und auch von anderen immer wieder gehört) haben. Wo fang ich an. Der Punkt von vorhin. Wie sind diesmal echt spät gekommen. Da kann man dem Veranstalter schonmal zugestehen, dass der Wohnmobil-Campingplatz voll ist. Aber bei den anderen beiden malen war das auch schon immer so. Nach einigen Jahren könnte man doch erwarten, dass man diesen Misstand behebt. Es wäre ja kein Problem gewesen zum Beispiel den Platz wo wir standen als weiten Stellplatz für Wohnmobile zu erklären. Da hätte sich sicher ne Möglichkeit gefunden. Dann hätten wir es auch nicht 1 km Fußmarsch zum nächsten WC gehabt. Da braucht man sich nicht wundern wenn in die Gegend gestrullert wird.
Simmer schon beim nächsten Punkt: WCs. Für die Herren der Schöpfung werden beim Southside immer Pissoirs aufgestellt. Das hat mehrere Vorteile: 1. Es ist nicht notwenig irgend eine Tür anzufassen die womöglich mit EHEC-Vogel-Schweine-Grippen-Influenza-BSE-Hasen-Schnupfen-Masern-Baktiviren kontaminiert ist. 2. Es geht schneller, die Dixies haben die Frauen quasi für sich.
Weiter mit dem Müll. Theoretisch ist jeder Festival-Besucher quasi verpflichtet zwei Müllsäcke vollzumachen. Wir waren zu dritt in einem VW-Bus. Wir haben nach 2,5 Tagen keine 6 (1) volle Müllsäcke. Nächstes mal bringt dann jeder ne volle Mülltonne für daheim mit. Ich kann mir ja vorstellen, dass man wenn man Zeltet ein wenig mehr Müll hat. Aber doch auch keine zwei Säcke voll. Immerhin haben sie die Müllsäcke wohl auch halb voll angenommen. Trotzdem irgendwie bescheuert. Bescheurt war auch, dass zwei von uns erst garkeine Müllpfandmärkchen bekommen haben. Wenn die das bei jedem dritten so machen haben sie gleich mal fast 20.000€ gespart.
Gespart wurde auch am Platz. Mir ist Rock im Park irgendwie immer zu eng. natürlich hat man in einem Park mitten in ner Stadt weniger Platz wie auf der Schwäbischen Alb auf nem riesigen Flugplatz. Aber wenn man dann die Hälfte der Fläche nicht nutzt oder sie für Luxus-Camper und Bungy verschwendet ist das schon dämlich. Die Hälfte des Zeppelinfelds wird für “Centerstage-Camping” und Bungy springen verwendet. Der Rest ist für die Centerstage Zuschauer. Den Bungy-Kram kann man auch woanders unterbringen oder abschaffen und die Centerstage-Camper fühlen sich hinter der Mauer auch wohl. Da wäre doppelt so viel Platz zum Zuschauen. Dann wäre der Rasen auch nicht nach einem Tag am Arsch und würde spätestens am Dritten Tag auch nicht nach Neapel im Sommer nach 5 Wochen Müllmännerstreik stinken. Ähnliches Bild bei der Alternastage. Im hinteren Bereich der Fläche vor der Bühne befindet sich ein wunderschöner Fußballrasen. Der wurde am ersten Tag zwar in Anspruch genommen. Aber es ist unklar ob das freiwillig geschah. tags drauf war auf jeden Fall wieder der ganze Rasen abgesperrt. Dass der 1. FC Nürnberg sich den nicht kaputt machen lassen will ist verständlich. Aber der Marek kann es sich doch sicherlich bei nem Ticketpreis von über 150€ leisten, nen Fußballfeld mit so hübschen Plastikplatten abzudecken. Da hätte es angenehm viel Platz und der Rasen ist auch noch halbwegs ok danach.
Zwei kleine Verbesserungen konnte ich aber dann doch auch entdecken. An einigen Punkten waren Wasserstellen aufgestellt. Da konnte man kostenlos trinken oder sich den Kopf befeuchten. War sehr sinnvoll, denn zumindest am Samstag wars doch zuweilen recht heiß.
Die Wege waren fast nie verstopft. 2006 bei meinem ersten Rock im Park war das die Hölle. Mitten im Wald im dunkel und überall Menschen ohne Abständen dazwischen. Diesmal haben die Securities schon intelligent Wege auf- und zugemacht um die stupiden Massen zu leiten.
Als Fazit kann ich sagen, dass das auf jeden Fall nicht mein bestes Festival war, aber System of a Down war seht gut und ich hab zwei neue Bands gefunden. In Zukunft werde ichs dann hoffentlich schaffen mich auf das gemütliche Southside und das mindestens genau so gute Highfield zu beschränken bzw. mal was neues ausprobiert und überhaupt eigentlich viel mehr auf einzelne Konzerte gehen.
Aber das sag ich ja schon seit 2006 und irgendwie war das jetzt doch mein 10. mehrtägiges Festival. Wenn sich genügend gute Bands zusammenfinden ist so nen Festival halt schon verlockend. zumal wenns nicht Rock im Park, sondern eins von den oben genannte gemütlichen Festivals ist.
Zum Schluss noch special thanks an das Café Wanner. Dieses hübsche Café direkt am Dutzendteich lag auf unsrem Weg zu den Bühnen und war uns mehrmals ein angenehmer Platz zum Wasser lassen. Die Klos waren immer sauber, die Reinigungskräfte nett und es hat sich keiner Beschwert über die zusätzliche Klonutzung durch das Festival.
Laternen Joe in Fürstenfeldbruck
4Gerade komme ich vom Laternen Joe Konzert in Fürstenfeldbruck wieder. Es war, vermutlich allein dank Zwickau, extrem einzigartig.
Aber von vorn. Gestern begann die “small world” Tour von Laternen Joe, die Band die eine nicht unerhebliche Ähnlichkeit zu Die Ärzte haben. Einige Fans von Die Ärzte haben in Zwickau eine typische Ärzte-Show im Stil der Jäzz-Fest-Tour erwartet. Sprich: Die typischen Klassiker und 2 – 3 Stunden Laufzeit. Jedoch haben sich Laternen Joe wohl gedacht wir machen dass nicht wie Die Ärzte, wir sind schließlich Laternen Joe. Also gab es in Zwickau ein 95 minütiges knackiges Konzert mit einer erlesenen Setlist. Die oben erwähnten Ärzte-Fans fanden das aber ganz schön doof. Immerhin war das ja ganz schön teuer und es waren ja nicht mal die Klassiker wie Westerland und Zu Spät dabei, die sonst bei jedem Konzert gespielt werden. Da haben die doch gleich mal nen Sitzstreik gemacht. Aber dessen nicht genug. Als die drei Laternen nochmal auf der Bühne erschienen bekamen sie Pfiffe und Becher entgegen. Beim Besteigen des Busses würden sie (anscheinend) sogar aufs übelste beleidigt. Da ganze zog auch noch eine kleine Internetschlacht in diversen bekannten Foren nach sich. Das spannende daran war, dass Konzerte vergleichen wurden zwischen denen acht Jahre liegen und dass offensichtlich Leute mitdiskutiert haben die garnicht anwesend waren.
Vor dieser Ausgangssituation stand das Konzert in Fürstenfeldbruck. Es war also schon gestern abend klar, dass es irgendwie einzigartig werden musste. Ich fand es im Vorfeld spannend darüber zu spekulieren ob sie irgendwie Zwickau erwähnen würden, und ob sie irgendwas an ihrer Setlist ändern, oder die Tour wie geplant so durchziehen. Ich hatte aber vor allem die Befürchtung, dass sie ganz schön mies drauf sind. Hätte mich nicht gewundert. Von den eigenen Fans beschimpft zu werden ist bestimmt nicht schön. Aber da hab ich mich wohl (mal wieder) in den Äääähh… Laternen Joe getäuscht.
Zu Beginn gab es drei Songs von Laternen Joe die ohne groß Federlesen weggespielt wurden. Dann hat der große Blonde angekündigt: “Für dieses Konzert haben wir uns was ganz besonderes ausgedacht! Genießt es, ist ja eh gleich wieder vorbei!” Julia Laterne kam ihm dann zu Hilfe und verkündete, dass sie jetzt ein Album von 1984 spielen werden, dass Laternen Joe wohl am stärksten beeinflusst hat. Jealousy:”Wir spielen die komplette Debil und zwar in der Originalreihenfolge.” Joa, witzig. Aber haben sie dann tatsächlich gemacht. Ich bin zwar großer Fan, aber kann trotzdem nicht alle Titel aller Alben auswändig aufsagen. Darum war es von Song zu Song immer wieder überraschend was da so alles dabei ist. Zum Beispiel so Schmankerl wie Claudia, Micha und das Schlaflied. Extrem grotesk war es auch Jack Laterne am Bass die Sahnie-Schnulze Kamelralley trällern zu hören.
Ich verwende übrigens ganz geheimnistuerisch die “Decknamen”, weil die drei das auf dem Konzert auch ständig versucht haben. Farin zugleich am Anfang zum Beispiel, als es um die große Ankündigung ging:”Ihr denkt euch bestimmt wieder, aaach der Urlaub reißt wieder die Klappe auf…” Bela:”Urlaub? Wer ist denn immer dieser Urlaub?” Farin:”Na, öhm, Jealousy Laterne ist grad im urlaub … oderso.” Also sie haben sich in derHitze des Gefechts eben immer wieder versprochen und sich mit den “richtigen” Namen angeredet. Wundertoll, wie sie sich dann immer versucht haben zu korrigieren und manchmal selbst überrascht waren als es bei einer spontanen Ansprache geklappt hat.
Nochmal bezüglich Zwickau. Ich hätte gedacht, wenn Zwickau erwähnt wird, dann nur in leichten Anspielungen. Aber die und besonders Farin hat ganz schön auf die Kacke gehauen.
Die drei waren wirklich wirklich gut drauf. Fast nach jedem gelungenen Gag hat sich Farin mit Petze-Stimme ans Mikro gestellt und gemeint “Wäh, der Urlaub, war gestern aber wieder scheiße druff. Hatta wieder miese Laune gehabt…” Etc. pp. Herrlich. Das ging soweit dass er im Scherz behauptet hat er schreibt mindestens 50% der Hass-Einträge selber. Er hat aber auch trotzdem ganzen Spaß ernsthaftes zum Thema beigetragen. Farin meinte, dass man heute wenn amn von nem Konzert kommt erst mal bloggt und dann noch sich in Foren auslässt und bei Facebook und YouTube likes und dislikes vergibt. Die Daumen-hoch und -runter Geste wurde dann übrigens quasi zu einem Running-gag auf dem Konzert.
Naja, aber da hat er schon recht. Ich mache bei Konzerten gern mal ein (1!) Bild von der Band. So als Erinnerung. Aber da muss ich mich schon dazu zwingen, weil jede Sekunde die ich mich auf das Foto machen konzentriere und mich dann ärgere, dass es evtl. doch nicht so toll geworden ist und noch eins mache ist eine verlorene Sekunde. Man hat dann zwar vielleicht ein Bild, aber vom Konzert weiß ich weniger, wie wenn ich das einfach nur genieße. Zu dem ganzen überflüssigen Content kommt dann noch diese like-Mentalität die bewirkt dass viele meinen zu allem ihre Meinung abgeben zu müssen. Selbst wenn, wie gestern teilweise, sie garnicht dabei waren. Einige sind ja aufgrund der Zwickau-Berichte tatsächlich nicht nach Fürstenfeldbruck, manche haben die Auflösung der band gefordert. Und all das wegen einem (1!!!) Konzert das (im Gegensatz zu den allermeisten anderen) nicht ganz optimal verlief. ich will nicht von gönnen sprechen, aber ich muss zugeben, dass ich durchaus amüsiert wäre wenn die doch-nicht-hingeher jetzt etwas gefrustet wären.
Das Konzert ging übrigens ziemlich genau 120 min. Vielleicht ein wenig länger. Am Ende wurde trotzdem nicht Zu Spät (aber das kam ja in der Originalversion in Debil vor.) gespielt und auch das oft gehörte Westerland kam nicht zur Sprache. Jedoch wieder so Perlen wie Am Ende meines Körpas, Uns geht’s prima. Leider haben es Opfer und Hey Huh nicht von Zwickau nach Fürstenfeldbruck geschafft.
Nunja, ich bin müde und leicht abgekämpft, und habe sicher einige tolle Dinger vergessen, die mir vielleicht morgen (also nachdem ich geschlafen habe) wieder einfallen. Aber vor dem Schlafen muss ich mir noch die einschlägigen Foren durchlesen. Mal gucken ob wirklich wieder, wie von Farin prophezeit, mindestens 40 Leute ins Internet schreiben wie scheiße es doch war. habe extra noch nicht geschaut damit ich dies hier, möglichst unbefangen niederschrieben kann. Hach spannend. Die beste Band der Welt eben!
Bis Ulm dann!
Thomas D. – Gebet an den Planet
1Thomas D. wird in einigen Wochen zum zehnjährigen Jubiläum seines Albums Lektionen in Demut
die ganze Platte nochmal neu rausbringen. Er hat das Album mit den selben Texten nochmal neu vertont. Die erste Single aus dem neuen, jetzt Lektionen in Demut 11.0 getauften, Werk ist Gebet an den Planet
.
Ich finde es sehr erfreulich, dass der Herr D. die Themen die in Gebet an den Planet vorkommen so prominent platziert. Bei seinem letzten Solo-Album Kennzeichen D landete der Song Deshalb bin ich hier ganz vorne auf Position 1 des Albums. Grade in Zeiten wie diesen wo in Japan eine menschliche, politische, wirtschaftliche und technische Katastrophe gleichzeitig passiert und mal wieder aufzeigt, dass wir Menschen oft erst handeln wenn etwas richtig schlimmes passiert, obwohl wir es doch besser wissen hätten sollen. Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, dass man daran erinnert wird, dass man nicht einfach so weitermachen sollte wie vorher wenn die Katastrophe, nach beispielsweise drei Monaten, überstanden ist. Die nächste folgt bestimmt wenn man nicht ständig überlegt wie man ethischer, gerechter handeln könnte. Thomas D. fördert dieses Denken mit seiner Kunst in letzter Zeit besondern, finde ich. Das ist unterstützenswert.
Zumal ist der Song sowieso nicht der schlechteste. Wobei ich das Original schon noch etwas besser fand als diesen Remix. Im Anschluss noch das Video zum Song. Es besteht fast ausschließlich aus hübschen Naturaufnahmen. Auch mal was anderes für nen HipHop-Video.
Agnes Obel
0Vor kurzem lief in einer Folge (der überaus tollen Serie) Grey’s Anatomy ein wunderschöner Song als Soundtrack. Geistesgegenwärtig, wie ich bin, habe ich natürlich sofort mein iPhone mit Shazam gezückt. Das hat mir gesagt, dass es sich bei dem Song um Riverside von Agnes Obel handelt. Habe dann etwas nachgeforscht und rausgefunden dass es sich bei Agnes Obel um eine dänische Künstlerin handelt, die wundervolle Klaviermusik macht. Auf ihrer MySpace-Seite kann man drei Lieder anhören, darunter auch Riverside. Sie hat letzten Herbst ihr erstes Album Philharmonics
veröffentlicht.
Ihre Musik besteht meist nur Klavier und Gesang. Damit erzeugt sie eine wunderbar melancholische Stimmung. Erinnert mich etwas an Yann Tiersen beim Soundtrack für Goodbye Lenin oder Die fabelhafte Welt der Almélie. Manchmal auch an Feist – 1234, nur nicht so fröhlich.
Eine Künstlerin die man sich merken sollte!
Tricky – Mixed Race
0Ganz an mir vorbei gegangen ist ja das neue Album von Tricky – Mixed Race
. Kam schon letztes Jahr im Herbst raus. Genau wie beim letzten Album gibt’s da wieder einige Perlen unter den Songs. Besonders hervorzuheben sind da Kingston Logic und Murder Weapon. Die sich ständig wiederholende Hintergrundmelodie, die beiden als Basis dient, ist gleichzeitig eintönig und eine wunderbare Basis für einen Song der einfach abgeht. Vor allem Kingston Logic. Hakim ist auch ein ganz spezieller Song. Aber ich konnte mich noch nicht auf eine endgültige Meinung einigen. Ich schwanke zwischen seltsam-genial und unpassend-vermurkst. Oderso. Aber an dem Song sieht man, dass Tricky bei diesem Album mal etwas ausprobiert hat. Also ich finde ja, grundsätzlich wird in der Musikrichtung Trip-Hop nicht so viel ausprobiert. Eher wird bewährtes ausgiebig verfeinert, oder auf die Spitze getrieben. Das Ausprobieren spiegelt sich auch in Time To Dance wieder. Das ist düdelige Pop-Leichtigkeit gemischt mit Trip-Hop-Schwere. Also gute Fahrstuhlmusik quasi.
Fazit: Mal wieder schön geworden. I look forward to the Radiohead album that on 25 March will be released!
Musik kaufen
0Vor kurzem habe ich mich (endlich) dazu durchgerungen ab sofort Musik nur noch in digitaler Form zu erwerben. Ich habe das lange ausgeschlossen, weil Musik in Form von CDs im Regal gerne auch physikalischen Raum in meiner Umgebung einnehmen darf. Es fühlt sich einfach irgendwie gut an an da “die Platte” in der Hand halten zu können.
Andererseits fühlt es sich auch sehr seltsam an die CD zu kaufen einmal in den Computer zu stecken und ansonsten versauert sie im CD-Regal. Vielleicht wird sie einmal im Jahr abgestaubt, oder umsortiert. Das Booklet guck ich mir auch nur einmal an und fertig. Songtexte findet man auch im Internet.
In Anbetracht der Tatsache, dass die CDs wohl eh alle unbrauchbar sind bis ich in Rente bin, bin ich inzwischen zu der festen Ansicht gekommen, dass es totaler Schwachsinn ist noch CDs zu kaufen. Dann noch lieber Vinyl-Platten. Die halten wenigstens.
Dazu kommt, dass es ja inzwischen eh fast jedes Album auch in einer LP-Version auf iTunes gibt, was ungefähr einer Deluxe CD entspricht. Somit verpasst man auch nichts wenn man online kauft.
Der dritte Punkt ist, dass online natürlich alles immernoch billiger ist als auf CD. Das macht zwar meistens nicht viel aus. Aber ist ein positiver Nebeneffekt.
Es tut zwar schon etwas weh sich von seinem CD-Regal quasi zu verabschieden, aber fühlt sich insgesamt irgendwie besser an. Eine blöde Lösung war eben auch mal physikalisch und mal online zu kaufen. Davon wird das CD-Regal auch nicht komplett.
Musik von Künstlern bei denen ich einen Alben-Sammel-Anspruch hege wie z.B. (Die Ärzte, Farin Urlaub (Racing Team), Sporties, Wir sind Helden, …) werde ich aber auch weiterhin sammeln. Vor allem bei so toll gestalteten Alben wie Jazz ist anders von Die Ärzte! Das liegt der Grund aber eher in der Sammelleidenschaft alles zu haben was es von dem Künstler gibt, als in der Musik. Im übrigen haben es Die Fantastischen Vier mit ihrem letzten Album geschafft aus dieser Gruppe sammelnswerter Künstler auszuscheiden…
Gorillaz iPad Album
0Damon Albarn, der musikalische Kopf von den Gorillaz, hat während der zur Zeit noch laufenden Welttournee ein neues Album aufgenommen – nur mithilfe seines iPads. Interessant was dabei rauskommt. Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen dass man damit was wirklich tolles hinbekommt. Aber wenn einem während so einer Tour entsprechend langweilig ist vielleicht doch. zumindest trau ichs dem Herrn Albarn zu. Besser als das letzte Studio Album der Gorillaz wirds bestimmt!
Schön auch, dass man das ganze Album an Weihnachten kostenlos runterladen kann. Am 24., also heute, soll es wohl abends den ersten Song aus dem Album im Gorillaz Adventskalender geben. Morgen, am ersten Weihnachtsfeiertag, kann man dann auf der Website das restliche Album herunterladen.
Icke & Er – L.I.B.E.
0Ich hab mir ja vor ner Weile schonmal über Icke & Er gefreut. Leider haben sie sich 2008 auch schon wieder aus der Musikszene verabschiedet. Jedoch gibts seit diesem Jahr ein neues Album namens L.I.B.E. Das hört sich an wie man es von Icke & Er erwartet: Seltsam, aber gut.
Man kann sogar 4 Tracks von den 17 des kompletten Albums kostenlos runterladen. Außerdem kostet das ganze Album grade mal 6,99€ als Download. Auf der Website von Icke & Er ist es auch möglich das gesamte Album kostenlos anzuhören.
Toll bei Icke & Er finde ich dass sies schaffen lustigen Schwachsinn mit einer echten Aussage zu verbinden, so dass man die Message trotzdem auf jeden Fall versteht. Sieht man auch wieder wunderbar an der ersten Single von L.I.B.E.:
httpv://www.youtube.com/watch?v=JgHLuHBtess
M.I.A.
0Vor kurzem bin ich auf M.I.A. gestoßen. Eine englische Musikerin srilankischer Herkunft. Nicht zu verwechseln mit der deutschen Band Mia., die auch gut ist aber sowas wie Indie-Rock macht.
M.I.A.s Musik ist nur schwer zu kategorisieren. Am meisten ehesten würde wohl Trip-Hop mit The Prodigy-Einflüssen zutreffen. Teilweise erinnern mich die Stücke auch an Tricky.
Die Songs haben allesamt viel Energie und ordentlich Wumms der für manchen schon zuviel des Guten sein dürfte. M.I.A.s Stil ist sehr seltsam und ungewöhnlich. Viel Krach ist fast immer. Trotz der ganzen abgefahrenen Sounds und eigentlich unpassenden Töne schafft sie’s überraschenderweise immer, dass die Lieder einen irgendwie ansprechen und mitreißen. Manchmal finde ich es sogar total seltsam, dass man so komische Töne wie die von einer Formel-1-Reifen-Schraubmaschine in einem tollen Lied gelungen verwursten kann. M.I.A.s Lieder sind voll von solchen Geräuschen, und sie sind fast immer stimmig.
Besonders toll find ich XXX0 vom aktuellen Album Maya:
httpv://www.youtube.com/watch?v=oPGIVYAHZ04
Festivalpreise
0Ich bin gespannt wie sich die Festivalpreise nächstes Jahr verhalten. Seit meinem ersten Festival (Rock im Park 2006) haben die Preise doch etwas angezogen. Rock im Park hätte dieses Jahr 150€ für drei Tage gekostet, für das komplette Festival waren es dann am Ende sogar 170€. und das obwohl der zusätzliche vierte Tag nur zwei Bands bereit hielt. Ok, eine davon war ein Hochkaräter – Rage Against the Machine. Das Southside hat damals was zwischen 80€ und 95€ gekostet. Diesmal warens 125€. Ich denke das liegt an einem kleinen Festival-Boom in den letzten Jahren. Irgendwie ist es cool mit vielen anderen zu saufen. Ich befürchte die Musik steht bei einem Großteil der Besucher garnicht mal sooo im Vordergrund. Allerdings waren die Festivals in den letzten Jahren immer schon Wochen vorher ausverkauft. Dieses Jahr war das nicht so. Vielleicht bleiben dann die Preise jetzt wenigstens auf dem selben Niveau. Man muss ja nicht immer gleich die Inflation der nächsten 100 Jahre mit einrechnen.
Southside 2010
0Zum Glück haben wir noch einmal Kehrt gemacht und meine Winterstiefel eingesammelt. Denn ohne wasserfeste Schuhe hätte das diesjährige Southside Festival nur halb so viel Spaß gemacht. Noch während der Anfahrt am Donnerstag – 5 km vor Neuhausen ob Eck – fing es an Bindfäden zu schütten. Einige Stunden Regen und ein paar tausend Menschen können dann auch eine grüne Wiese schonmal so aussehen lassen:
Uns hartgesottenen Kerlen konnte dieser Umstand aber natürlich nichts anhaben. Allerdings lebt es sich auf einem Asphalt-Stellplatz in einem VW-Busle zu solchen Zeiten vermutlich auch deutlich angenehmer als im Zelt auf flüssiger Erde. Trotzdem, es gibt eindeutig schöneres als auf dem Weg von Bühne zu Bühne zwischen lauter Menschen sich durch den teilweise knöcheltiefen Schlamm zu schleppen.
Aber Schluss mit den äußeren Umständen, kommen wir zur Kunst, wegen der wir uns überhaupt für drei Tage mit 50.000 Verrückten auf wenige Quadratkilometer versammelt haben.
Ein wenig doof war dass mein absolutes Festival-Highlight – mit Abstand – schon am ersten Tag die Latte unübertreffbar hoch ansetzte. Nein, ich spreche nicht von The Prodigy, Porcupine Tree oder Deichkind, von Florence and the Machine (Wikipedia
) ist die Rede. Dieses 23-jährige Mädchen (die auf dem Festival aber eher wie eine 40-jährige Frau wirkte) hat eine so unglaubliche Stimme die es schafft alles andere in den Schatten zu stellen. In Begleitung von intensiven, tragenden Melodien mit kraftvollen Beats war das ganze Schauspiel ein musikalisches Meisterwerk. Das war aber noch nicht alles. Frau Welch hat so eine unglaubliche Bühnenpräsenz und das obwohl sie fast immer ganz vorne an der Bühne an ihrem Mikrofonständer steht – die Band ganz im Hintergrund am Bühnenrand. Sie ist mit ihrem ganzen Körper und Sein ganz in der Darbietung ihrer Musik drin. Das beeindruckt! Vor allem wenn man kurz darauf so Knalltüten wie den Sänger von The Strokes sieht, der so wirkt wie wenn ihn einer auf die Bühne geprügelt hat. Ja, Florence and the Machine war eine tolle Empfehlung. Leider ist die Band jetzt erstmal in Australien und dann nicht mehr auf Tour. Wenn die mal wieder in der Gegend sind bin ich der erste der sich anstellt um eine Karte zu kaufen.
Richtig Gänsehaut bekam ich bei “Insomnia” von Faithless. Es ist irgendwie ein erhebendes Gefühl einen (guten) Welthit mal live zu hören der einen so nebenher schon seit mehr als seinem halben Leben begleitet.
Abends gabs dann noch Massive Attack. Die waren gut, wie erwartet. Muss man meiner Meinung nach aber nicht unbedingt live gesehen haben. Ist auf Platte genau so energiegeladen und tiefe Ruhe ausströmend. Allerdings ist der Tricky-Ersatz durchaus einen Blick wert. Bei diesem sympathischen Sänger/Sprecher handelt es sich um einen ergrauten kleinen Herrn schwarzer Hautfarbe, mit Rastas in schwarzen Klamotten. Immer wenn er dran war, marschierte er an sein Mikro, hielt seine Hände gefaltet und gab leicht schaukelnd seinen Part wieder. Besonders im Vergleich zu Daddy G (Wikipedia, Interview), der eine extrem eindrucksvolle Gestalt ist.
Der zweite Tag war leider aus meiner Sicht weniger erfolgreich. Die Shout out Louds, The Gaslight Anthem, Paramore und Phoenix waren zwar gut, aber irgendwie nichts besonderes. Dendemann hab ich jetzt auch mal gesehen. Mehr brauchts auch nicht.
Auf The Prodigy hatte ich mich ja sehr gefreut. Die waren auch wirklich gut. Aber erstens hat man an der blauen Bühne allgemein oft mehr bass als sonstwas gehört und zweitens spielten nebenan die Beatsteaks. Die hätte ich theoretisch auch gern mal wieder live gesehen.
Auch Deichkind war ein Mitgrund überhaupt auf das Festival zu gehen. Aber leider hat sich die Bühnenshow seit rock am See 2008 kaum verändert. Damals war das alles ja wenigstens noch witzig. Das ist inzwischen verflogen und die Musik allein ist halt alles andere als wirklich gut. Ich würde die eher in der Trash-Musik-Richtung sehen, so wie es auch Trash als Film-Genre gibt. Wenigstens weiß ich jetzt dass ich Deichkind auf keinem festival mehr sehen muss und schon garkeine teure Konzert-Karte kaufen brauche…
Am dritten Tag stand eigentlich nichts mehr wirklich herausragendes an. Los gings mit Jennifer Rostock. Und das war dann auch das schlimmste was ich an dem Wochenende gehört hab. Deren Musik ist ja ganz ok, aber die Frau ist zwischen den Liedern ja SO schlimm!!!! Argh! Drei Ansagen hab ich mitbekommen. In der ersten gings darum ob die Sängerin von Paramore wohl auf den unglaublich langen Schwanz vom Bassisten von Jennifer Rostock steht, die zweite handelte von den wenigen brüsten die man wegen der Kälte beim Southside sieht und daher sollen die Mädels in der ersten Reihe doch bitte mal die dicken Brüste über die Absperrung hängen weil dazu sei die ja schließlich da…. die dritte Ansage war zu dem Lied “Muttermund” und angesichts der vorhergehenden Beispiele ist auch schon klar wie die ungefähr geht. Furchtbar! Bei manchen Bands geht man u.a. wegen den Ansagen zu einem Konzert (Die Ärzte, Beatsteaks, Oli Schulz, …) zu Jennifer Rostock kann man wegen den Ansagen nicht gehen.
Wir sind dann nach 20 Minuten zu den Deftones abgedampft. Die waren leider nicht viel mehr als laut. Auf Platte sind die ja schon stellenweise nicht schlecht. Aber so live kommt da nur noch Krach an. Schade.
Dafür waren die White Lies wieder ganz nett. Schöne melodische Lieder mit einer außergewöhnlichen Stimme, die mich aber nach ner Weile immer nervt. So leider auch live. Keine Ahnung wieso das so ist, denn eigentlich mag ich die Stimme.
Danach rüber zu Skunk Anansie auf der Green Stage. Das ist ja eine lustige Frau. Eine kahlrasierte schwarze (namens Skin) die wie verrückt auf der Bühne zu garnichtmal so schlechter Musik rumspringt. Die ist schon durch ihre Bewegungen so sympathisch, die muss man einfach gut finden. Zum Leidwesen der Securitys und zur Freude der Fans gab sich Skin sehr publikumsnah. Sie versuchte nicht nur, wie andere Künstler, auf der Menge zu diven, sie versucht auf ihr zu laufen. Dazu stand die einfach mit den Füßen auf viele viele Hände. Ein paar wenige kurze Schritte hat das sogar geklappt. Dann viel sie um. Die Securities haben sie sofort rausgezogen und wieder auf die Bühne gestellt. Allerdings sprang sie gleich wieder runter um sich nochmals der Menge hinzugeben.
Ich mag so Künstler die sich mitten zu ihren Fans stellen.
Direkt danach, an gleicher Stelle kamen Porcupine Tree. Und die sind auch live so toll wie erwartet. Mit ihrer Mischung bzw. Abwechslung von ruhigem Gesang, elektronischen Klängen und harten Gitarrenriffs haben sie was von Metallica, sind aber ruhiger und intensiver, nicht ganz so kraftvoll, etwas sanfter. Porcupine Tree haben mir nach Florence and the Machine am besten gefallen, allerdings war da ein deutlicher Abstand!
Zum Abschluss haben wir dann noch die blutjunge (22) La Roux gesehen. ich kannte ja nur ihren Hit “Bulletproof”. Der Rest ist ähnlich aber durchaus auch nicht schlecht. Allerdings war mir das alles etwas zu poppig, unecht und elektronisch. Dass das ein E-Schlagzeug war hat man nämlich leider auch gehört. Trotzdem ist die nicht schlecht und war ein schöner Festivalabschluss.
Nach mittlerweile acht großen Festivals und auch nicht wenigen einzelnen Konzerten gibt es immer weniger Bands die man sich “mal anschauen” kann. Darum muss ein Festival auch immer bessere (für mich) Bands bieten, damit es sich für mich lohnt hinzugehen. Aber es ist ja auch nicht schlecht wieder mehr auf einzelne Konzerte zu gehen. Die sind nämlich im vergleich zu einem Festivalkonzert eh immer noch in jedem Fall besser.
Wie hört ihr Musik?
3Wenn ich ein Lied höre das ich noch nicht kenne und ichs toll finde, hör ichs mir mehrmals an. Finde ichs dann immernoch toll schau ich bei last.fm, YouTube, Amazon, iTunes, MySpace was es noch so von diesem Künstler gibt, denn wenn das eine Lied gut ist, ist ja vielleicht auch der Rest toll. Wenn das so ist kaufe ich mir ein Album. Meistens das auf der Song ist der mich auf die Band gebracht hat. Das Album höre ich dann über mehrere Tage wieder und wieder durch. So lange bis es mir auf die Nerven geht. Dann geht das ganze Spiel von vorne los, oder ich krame mal wieder was altes raus. Es passiert nämlich zu weilen, dass ich Musik die ich “früher” mal gut fand, lange nichtmehr gut finde und plötzlich stoße ich wieder darauf und höre sie dann auch wieder exzessiv. So ging es mir vor kurzem mit Muse und gerade eben mit Johnossi.
Übrigens geben sich die wirklich guten Sachen erst nach mehrmaligem Hören zu erkennen. So ging es mir zum Beispiel mit System Of A Down. Beim ersten mal hören fand ich das alles total wirr und durcheinander und überhaupt nicht stimmig. Doch, ich hab aus irgendeinem Grund weitergehört und inzwischen ist System Of A Down eine meiner Lieblingsbands, wie man unschwer an meiner last.fm-Statistik erkennen kann.
Ein gewisser Rodrigo González hat hat mal gesagt dass Musik eigentlich nichts taugt wenn sie einem von Anfang an total gefällt. Mir ging es so bei Culcha Candela. Die eingängigen Melodien und Beats fand ich zuerst total toll. Es gab eine Woche in der ich fast nur Culcha Candela gehört habe. Aber dann gingen sie mir auf die Nerven. Das hält jetzt seit zwei Jahren an.
Während so einer Künstler-Phase informiere ich mich meistens noch ganz genau über die Personen hinter dem Projekt. Ich schaue mir die Band-Websites an und lese Wikipedia-Artikel und finde heraus was es neues zur Person und Band gibt. So bekommt man ein ordentliches Hintergrundwissen und weiß dann zum Beispiel bei Farin Urlaub Konzerten1 , dass die hässliche kleine Figur die auf einem der Monitore steht Krümel heißt.
Oder man versteht wenn Die Ärzte bei “Junge”2anstatt dem richtigen Text folgendes singen: “Guck dir den Smudo an, der hat sogar ein Flugzeug.”
Ich versuch also mich so richtig mit so einem “Werk” eines Künstlers zu beschäftigen. Denn ich finde erst dann entwickelt sich so ein richtiges Gefühl zur Musik und man kann so richtig darin auf gehen und sie genießen.
Ich sehe aller meistens nicht nur die einzelnen Songs auf einem Album, sondern versuche ein Album als Gesamtwerk wahrzunehmen. Denn ich denke die Künstler haben sich was dabei gedacht grade diese Songs zusammen zu packen. Bei manchen gibt das Album ja auch erst einen Sinn wenn man die Songs in der richtigen Reihenfolge und als Ganzes hört. Darum höre ich eigentlich nur noch Alben am Stück durch. Zufallswiedergabe über alle Tracks der Bibliothek kommt nur vor wenn ich nicht weiß was ich hören soll, und dann bleibe ich meistens auch bei irgendwas hängen.
Allerdings solls ja auch Leute geben, die immer nur einzelne Songs die sie mal irgendwo gehört haben und toll finden hören. Die hören fast nie ein ganzes Album, sondern immer nur einzelne gute Lieder. Für mich fühlt sich das irgendwie so an wie wenn man nur an der Oberfläche kratzt. Ich finde es schade wenn man sich nicht richtig mit der Musik beschäftigt und versucht sie zu verstehen. Manche Sachen ergeben erst Sinn wenn man sie im richtigen Zusammenhang wahrnimmt. So glaube ich dass man immer das ganze Album kennen sollte. Klar gibts Ausnahmen wo nur ein Lied vom Album toll ist und den Rest braucht man nicht kennen. Aber ich würde behaupten, dass das selten vorkommt. Was öfter vorkommt ist dass einzelne Songs überspringenswert sind.
Zusammengefasst gesagt, finde ich es schade wenn man Musik so oberflächlich “rezipiert” und nicht versucht sich mehr damit zu beschäftigen udn in die Tiefe eines “Werks” zu gehen, weil ich glaube dass man so auch (meistens) die Absicht des Künstlers übergeht. Irgendwie finde ich halt, dass man sich grundlos selbst um einen Mehrwert bringt, an den man doch gar nicht so schwer herankommt.
Ich würd mich freuen wenn der ein oder andere mal beschreibt wie er das macht und wieso und mir vielleicht erklärt wieso er mit seiner Weise (sofern sie anders ist als meine) total zufrieden ist. Ich möchte damit übrigens nicht sagen, dass ich der bessere Musikhörer bin, sondern ich frage mich wie man nicht auf andere Sachen des Künstlers gespannt sein kann. Ich möchte einfach verstehen wieso andere so Musik hören wie sie es eben tun.





