Beiträge mit tag "The Prodigy

Southside 2010

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Zum Glück haben wir noch einmal Kehrt gemacht und meine Winterstiefel eingesammelt. Denn ohne wasserfeste Schuhe hätte das diesjährige Southside Festival nur halb so viel Spaß gemacht. Noch während der Anfahrt am Donnerstag – 5 km vor Neuhausen ob Eck – fing es an Bindfäden zu schütten. Einige Stunden Regen und ein paar tausend Menschen können dann auch eine grüne Wiese schonmal so aussehen lassen:

Uns hartgesottenen Kerlen konnte dieser Umstand aber natürlich nichts anhaben. Allerdings lebt es sich auf einem Asphalt-Stellplatz in einem VW-Busle zu solchen Zeiten vermutlich auch deutlich angenehmer als im Zelt auf flüssiger Erde. Trotzdem, es gibt eindeutig schöneres als auf dem Weg von Bühne zu Bühne zwischen lauter Menschen sich durch den teilweise knöcheltiefen Schlamm zu schleppen.

Aber Schluss mit den äußeren Umständen, kommen wir zur Kunst, wegen der wir uns überhaupt für drei Tage mit 50.000 Verrückten auf wenige Quadratkilometer versammelt haben.

Ein wenig doof war dass mein absolutes Festival-Highlight – mit Abstand – schon am ersten Tag die Latte unübertreffbar hoch ansetzte. Nein, ich spreche nicht von The Prodigy, Porcupine Tree oder Deichkind, von Florence and the Machine (Wikipedia Florence) ist die Rede. Dieses 23-jährige Mädchen (die auf dem Festival aber eher wie eine 40-jährige Frau wirkte) hat eine so unglaubliche Stimme die es schafft alles andere in den Schatten zu stellen. In Begleitung von intensiven, tragenden Melodien mit kraftvollen Beats war das ganze Schauspiel ein musikalisches Meisterwerk. Das war aber noch nicht alles. Frau Welch hat so eine unglaubliche Bühnenpräsenz und das obwohl sie fast immer ganz vorne an der Bühne an ihrem Mikrofonständer steht – die Band ganz im Hintergrund am Bühnenrand. Sie ist mit ihrem ganzen Körper und Sein ganz in der Darbietung ihrer Musik drin. Das beeindruckt! Vor allem wenn man kurz darauf so Knalltüten wie den Sänger von The Strokes sieht, der so wirkt wie wenn ihn einer auf die Bühne geprügelt hat. Ja, Florence and the Machine war eine tolle Empfehlung. Leider ist die Band jetzt erstmal in Australien und dann nicht mehr auf Tour. Wenn die mal wieder in der Gegend sind bin ich der erste der sich anstellt um eine Karte zu kaufen.
Richtig Gänsehaut bekam ich bei “Insomnia” von Faithless. Es ist irgendwie ein erhebendes Gefühl einen (guten) Welthit mal live zu hören der einen so nebenher schon seit mehr als seinem halben Leben begleitet.
Abends gabs dann noch Massive Attack. Die waren gut, wie erwartet. Muss man meiner Meinung nach aber nicht unbedingt live gesehen haben. Ist auf Platte genau so energiegeladen und tiefe Ruhe ausströmend. Allerdings ist der Tricky-Ersatz durchaus einen Blick wert. Bei diesem sympathischen Sänger/Sprecher handelt es sich um einen ergrauten kleinen Herrn schwarzer Hautfarbe, mit Rastas in schwarzen Klamotten. Immer wenn er dran war, marschierte er an sein Mikro, hielt seine Hände gefaltet und gab leicht schaukelnd seinen Part wieder. Besonders im Vergleich zu Daddy G (Wikipedia, Interview), der eine extrem eindrucksvolle Gestalt ist.

Der zweite Tag war leider aus meiner Sicht weniger erfolgreich. Die Shout out Louds, The Gaslight Anthem, Paramore und Phoenix waren zwar gut, aber irgendwie nichts besonderes. Dendemann hab ich jetzt auch mal gesehen. Mehr brauchts auch nicht.
Auf The Prodigy hatte ich mich ja sehr gefreut. Die waren auch wirklich gut. Aber erstens hat man an der blauen Bühne allgemein oft mehr bass als sonstwas gehört und zweitens spielten nebenan die Beatsteaks. Die hätte ich theoretisch auch gern mal wieder live gesehen.
Auch Deichkind war ein Mitgrund überhaupt auf das Festival zu gehen. Aber leider hat sich die Bühnenshow seit rock am See 2008 kaum verändert. Damals war das alles ja wenigstens noch witzig. Das ist inzwischen verflogen und die Musik allein ist halt alles andere als wirklich gut. Ich würde die eher in der Trash-Musik-Richtung sehen, so wie es auch Trash als Film-Genre gibt. Wenigstens weiß ich jetzt dass ich Deichkind auf keinem festival mehr sehen muss und schon garkeine teure Konzert-Karte kaufen brauche…

Am dritten Tag stand eigentlich nichts mehr wirklich herausragendes an. Los gings mit Jennifer Rostock. Und das war dann auch das schlimmste was ich an dem Wochenende gehört hab. Deren Musik ist ja ganz ok, aber die Frau ist zwischen den Liedern ja SO schlimm!!!! Argh! Drei Ansagen hab ich mitbekommen. In der ersten gings darum ob die Sängerin von Paramore wohl auf den unglaublich langen Schwanz vom Bassisten von Jennifer Rostock steht, die zweite handelte von den wenigen brüsten die man wegen der Kälte beim Southside sieht und daher sollen die Mädels in der ersten Reihe doch bitte mal die dicken Brüste über die Absperrung hängen weil dazu sei die ja schließlich da…. die dritte Ansage war zu dem Lied “Muttermund” und angesichts der vorhergehenden Beispiele ist auch schon klar wie die ungefähr geht. Furchtbar! Bei manchen Bands geht man u.a. wegen den Ansagen zu einem Konzert (Die Ärzte, Beatsteaks, Oli Schulz, …) zu Jennifer Rostock kann man wegen den Ansagen nicht gehen.
Wir sind dann nach 20 Minuten zu den Deftones abgedampft. Die waren leider nicht viel mehr als laut. Auf Platte sind die ja schon stellenweise nicht schlecht. Aber so live kommt da nur noch Krach an. Schade.
Dafür waren die White Lies wieder ganz nett. Schöne melodische Lieder mit einer außergewöhnlichen Stimme, die mich aber nach ner Weile immer nervt. So leider auch live. Keine Ahnung wieso das so ist, denn eigentlich mag ich die Stimme.
Danach rüber zu Skunk Anansie auf der Green Stage. Das ist ja eine lustige Frau. Eine kahlrasierte schwarze (namens Skin) die wie verrückt auf der Bühne zu garnichtmal so schlechter Musik rumspringt. Die ist schon durch ihre Bewegungen so sympathisch, die muss man einfach gut finden. Zum Leidwesen der Securitys und zur Freude der Fans gab sich Skin sehr publikumsnah. Sie versuchte nicht nur, wie andere Künstler, auf der Menge zu diven, sie versucht auf ihr zu laufen. Dazu stand die einfach mit den Füßen auf viele viele Hände. Ein paar wenige kurze Schritte hat das sogar geklappt. Dann viel sie um. Die Securities haben sie sofort rausgezogen und wieder auf die Bühne gestellt. Allerdings sprang sie gleich wieder runter um sich nochmals der Menge hinzugeben. :-) Ich mag so Künstler die sich mitten zu ihren Fans stellen.
Direkt danach, an gleicher Stelle kamen Porcupine Tree. Und die sind auch live so toll wie erwartet. Mit ihrer Mischung bzw. Abwechslung von ruhigem Gesang, elektronischen Klängen und harten Gitarrenriffs haben sie was von Metallica, sind aber ruhiger und intensiver, nicht ganz so kraftvoll, etwas sanfter. Porcupine Tree haben mir nach Florence and the Machine am besten gefallen, allerdings war da ein deutlicher Abstand!
Zum Abschluss haben wir dann noch die blutjunge (22) La Roux gesehen. ich kannte ja nur ihren Hit “Bulletproof”. Der Rest ist ähnlich aber durchaus auch nicht schlecht. Allerdings war mir das alles etwas zu poppig, unecht und elektronisch. Dass das ein E-Schlagzeug war hat man nämlich leider auch gehört. Trotzdem ist die nicht schlecht und war ein schöner Festivalabschluss.

Nach mittlerweile acht großen Festivals und auch nicht wenigen einzelnen Konzerten gibt es immer weniger Bands die man sich “mal anschauen” kann. Darum muss ein Festival auch immer bessere (für mich) Bands bieten, damit es sich für mich lohnt hinzugehen. Aber es ist ja auch nicht schlecht wieder mehr auf einzelne Konzerte zu gehen. Die sind nämlich im vergleich zu einem Festivalkonzert eh immer noch in jedem Fall besser.

Rock im Park 2009

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Ein kleiner Bericht zum von mir ungeliebtesten großen deutschen Alternative-Festival fehlt an dieser Stelle noch. Ungeliebt deshalb, weil 2006 und 2007 die Organisation und alles im vergleich zu anderen Festivals wie zum Beispiel dem Southside oder dem Highfield total daneben war. Nicht genügend Campingplätze, viiieeeel zu wenig Wohnmobilstellplätze, zu teuer, die bands spielen zu kurz. Ich fand immer man kommt sich vor wie beim Fernsehen. Eine Band darf genau nur so lange spielen wie’s aufm Plan steht. dann: Werbung. Bei anderen Festivals ist das alles etwas ungezwungener und keine Fließbandmusik. Daher waren meine Bedenken dementsprechend groß.

Die offiziellen Wohnmobilstellplätze waren am Freitag Nachmittag natürlich weg. Aber man hat uns schön unkompliziert auf der großen Straße parken und auch schlafen lassen. Die Situation an den Bühnen war auch nicht so katastrophal wie noch 2007, denn diesemal waren die beiden Hauptbühnen nebeneinander. Man konnte über mehrere Eingänge direkt hinund her wechseln. Es entstand fast nie Gedränge. Das hat mich tatsächlich positiv überrascht. Aber so viel zum “Organisatorischen”. Jetzt endlich zur Musik… :-)

Ich glaub das war Limp Bizkit...

Ich glaub das war Limp Bizkit ! :-)

Am ersten tag hab ich The Subways, die Guano Apes, Chris Cornell, die seltsam tollen aber im allgemeinen unbeliebten MIA., kurz The Kooks, Limp Bizkit und den Peter F. aus Berlin gesehen.
MIA. fand ich irgendwie cool. Ich mag ja deren Musik, auch wenn sie sonst keiner mag. Ich finde die Mieze hat so eine unglaublich umfangreiche Stimme. Die bekommt alles von ganz tief bis piepsig hoch wundervoll hin.
Limp Bizkit fand ich erst najanaja.. aber dann wurden sie immer besser. Am Ende sind sie sogar eins meiner Festival-Highlights geworden. Die haben erstens trotz ihrer sehr langen Spielpause eine unglaublich gut eingespielte Performance da auf der Bühne. Fred Durst ist natürlich unglaublich cool, das hatte ich aber auch nicht anders erwartet. trotzdem sind sie sich nicht zu schade für einige Aktionen zu denen sich sonst eher kleine unbekannte Bands herablassen. Fred Durst ist zum Beispiel bis zum ersten Wellenbrecher mitten in die Menge gelaufen bzw. hat sich vorgedrückt. Dort stand er dann auf der Absperrung und hat Scheinwerfer-erhellt “Behind Blue Eyes” gesungen. :-) Kurz darauf hat er einen “Erste-Reihe-Fan” mit auf die Bühne gebracht. Der war natürlich eh schon total aus’m Häuschen und ging ab wie Zäpfchen. Danach hat ihn dann Fred Durst gefühlte zwei Minuten umarmt… und ihn auch gleich noch hinter die Bühne getragen. Den haben seine Beine glaub nimmer getragen. :-D
Spät in der Nacht war dann noch Peter Fox angesagt.  War nett, hat mich aber nicht umgehauen. “Schwarz zu blau” und “Alles Neu” fand ich am Besten. Toll fand ich dass Miss Platnum eine seiner Background-Sängerinnen war, und zur Feier des Festivals auch einen eigenen Song vortragen durfte! :-)

Am zweiten Tag hab ich eine Kleinigkeit von Staind mitbekommen und dann kamen auch schon Placebo. Die haben erfreulicherweise gaaanz viel vom neuen Album gespielt. Das war live sogar noch toller. :-D Der neue Ami-Schlagzeuger-Sunnyboy passt wirklich nicht so richtig zu Placebo find ich. Aber Schlagzeugspielen kanner. Das reicht ja. Brian Molkos neue Pferdeschwanz-Frisur find ich irgendwie cool, aber da steh ich auch mal wieder allein da. *g* Ganz arg positiv bei Placebo war auch noch, dass Brian Molko keine einzige Zigarette geraucht hat. 2006 bei Rock im Park hat er den Tagesbedarf eines supercoolen 16-jährigen während dem Auftritt weggeraucht.
Danach gabs auf der Alternastage “Schockrocker” Marilyn Manson. Dessen Vorstellung hat sich angefühlt wie Amy Winehouse in Rock. Entweder ward er krank oder total auf Drogen. Er hat dauernd irgendwelchen versauten Scheiß erzählt, ein Handy eines Fans geschrottet und dessen Mutter an eben genanntem Handy beleidigt. Gesungen hat er schlecht und außerdem wenig. Manchmal hat er plötzlich kurz pausiert mit Singen und war auch mal kurz hinter der Bühne und hat sich hingesetzt. Sehr komisch Vorstellung. Hat mein positives Bild das ich von ihm hatte durchaus etwas getrübt. Wobei man solche Eskapaden bei Rockmusikern ja eh nicht so ernst nehmen sollte. Sowas gehört da ja immer mal wieder zum Business.
Am Ende des Tages haben wir uns auf der Wiese sitzend noch Korn gegeben. Ich fand die diesmal schon richtig gut. 2006 fand ich die schrecklich und bin lieber Bier holen gegangen während die gespielt haben. Jetzt fand ichs super. Mag auch daran liegen dass ich mittlerweile viele Lieder kenne und sie somit auch auseinanderhalten kann. :-)

Letzter Tag. Los ging schon früh am Mittag mit den White Lies. Kannte ich nciht vorher. Waren aber echt gut. Achja davor waren noch Sugarplum Fairy. Die sind ganz nett, aber sehr ähnlich wie Mando Diao. Und die mag ich nich so. Sowohl musiklisch als von der Einstellung her. Madness sind lustig. Bei dem Bandnamen erwartet man ja eigentlich eher was Metall-mäßiges. Die sind aber eine lustige Friede-Freude-Eierkuchen-Band. :-)
Flogging Molly fand ich diesmal schon deutlich besser als noch beim Highfield. Sympathisch waren sie wieder, aber diesmal irgendwie auch musikalisch besser. Dann hats leider geregnet. Und zwar ziemlich. Wir waren nass bis auf die Haut. Zum Glück hatten wir genug Klamotten dabei.
Machine Head sind ärgster Metall. Die muss ich glaub mal auf CD hören. Fand ich garnicht so schlecht was ich da gehört hab. Aber irgendwie doch sehr schreiig und krachig.
Danach kam mein Festival-Favorit: The Prodigy. Und ich fand sie echt toll. Erwartung voll erfüllt. Trotz dem dass es so hell noch war gings voll ab. Beim Lied “Warrior’s Dance” hat Keith Palmer immer “You are all my warriors!” in die Menge gerufen. Wenn man sich überlegt dass vor ca. 70 Jahren paar Meter weiter Rechts ein schnautzbebarteter Österreicher was ähnliches zu ner großen Menge gesagt hat kommt das irgendwie komisch! :-) Mir macht das ja nix aus, ich bin da nicht so pingelig und ich halte das auch nicht für verwerflich. Trotzdem fühlt sich das seltsam an wenn man den geschichtlichen Hintergrund des Geländes kennt auf dem Rock im Park jährlich statt findet.
Nuja, aber The Prodigy waren wie gesagt genial. Sie haben auch fast das komplette neue Album durchgespielt. Allerdings hat leider “Thunder”gefehlt. Als es dann auch noch während The Prodigy gedonnert hat, war die Stimmung perfekt. Ein unwirkliches Wetter zu unwirklicher Musik. Geil! :-D

Paar Minuten nachdem The Prodigy von der Bühne waren ging das Wetter dann aber erst richtig ab. Sintflutartige Regenfälle in Verbindung mit Sturm. Wenn ich nicht ein elektronisches Gerät dabei gehabt hätte hätte ich das Wetter aber vermutlich total genial gefunden und wäre rumgehüpft. :-D Übrigens haben mir meine davor angezogenen Gummistiefel auch nix gebracht. Die warebn dann nämlich voll mit Wasser. Auch mal ein lustiges Gefühl. Wir hatten aber leider doch nicht genug Klamotten dabei. Wir waren ja auch schonwieder komplett durch nass. Darum war Rock im Park 2009 nach The Prodigy für uns vorbei. Einer war schon krank, eine andere wurde krank und ich auch fast. Da wars glaub gut dass wir uns Slipknot in der kühlen Dunkelheit nimmer angetan haben. Wir waren dann auch schon schön früh daheim. :-)

Fürs Southside am Wochenende nehm ich mir auf jeden fall wieder drei paar Schuhe mit, mehr lange Hosen und ne ordentliche Regenjacke! :-) Aber jetzt steht eh erstmal das Den Die Ärzte ihr offizieller Fanclub Geheim Konzert am Mittwoch in Hamburg an. Ich hoff ja das geht alles gut mitm Hinkommen unsoweiderunsofoat!

PS: Wer das alles ließt ist (ultra) cool! :-P

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